Ein Bündnis zur Rettung des Feldhamsters Ein Bündnis zur Rettung des Feldhamsters

Anfang 2014 wurde die Vereinbarung erneuert und gilt nun für weitere sieben Jahre. Als neue Partner beteiligen sich seitdem auch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie der Regionalbauernverband Delitzsch e. V. am Projekt.

Nach langjährigen Bemühungen um ein Projekt zur Rettung des Feldhamsters in Sachsen war es 2008 endlich soweit. Verschiedene Partner hoben ein Projekt zum Schutz des in Sachsen vom Aussterben bedrohten Feldhamsters aus der Taufe. Im Juni 2008 schlossen – unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) – die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), der NABU Sachsen und der Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V. eine Kooperationsvereinbarung zum Hamsterschutz in Nordwestsachsen ab. Das gemeinsame Projekt verfolgt das Ziel, im letzten sächsischen Vorkommensgebiet geeignete Lebensbedingungen für den Hamster zu schaffen und so eine überlebensfähige Population dauerhaft zu erhalten. Dafür war und ist das 2008 beschlossene kooperative Handeln von Naturschutz und Landwirtschaft auf der Basis vertraglicher Vereinbarungen und unter Mitwirkung der zuständigen Behörden der einzige erfolgversprechende Weg, denn andere Förderinstrumente griffen nicht.
2014 wurde die bestehende Kooperationsvereinbarung mit dem Regionalbauernverband Delitzsch e. V. und dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Naturschutz (LfULG) als weitere Kooperationspartner um weitere sieben Jahre verlängert.

Die vom NABU-Naturschutzinstitut Leipzig im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie durchgeführten Kartierungen hatten aussagefähiges Datenmaterial zur aktuellen Bestandssituation erbracht und bewiesen die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen. Der Landschaftspflegeverband übernahm es, die Verbindung zu Landwirten vor Ort herzustellen und sie für eine hamstergerechte Bewirtschaftung auf Teilflächen zu gewinnen. Diese Maßnahmen werden in die Ackernutzung integriert oder auf Teilflächen umgesetzt, wie die sogenannten Hamsterstreifen.

Grundlage für das Projekt bilden vom LfULG beauftragte aktuelle Kartierungen der Hamstervorkommen auf Teilflächen beernteter Schläge. Unterstützt vom Landesbauernverband Delitzsch und dem LfULG stellt der Landschaftspflegeverband die Verbindung zu Landwirten vor Ort her und berät sie über hamstergerechte Bewirtschaftungsweisen. Die freiwilligen landwirtschaftlichen Maßnahmen werden durch den Naturschutzfonds der LaNU unterstützt, auch flankierende Maßnahmen außerhalb der konventionellen Nutzung werden finanziert.
LaNU, NABU und auch der Regionalbauernverband begleitenden das Projekt durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit.
Die Mittel entstammen Zuwendungen Dritter , sie kommen zum Beispiel von Firmen und Privatpersonen.

Die Kooperationspartner sind überzeugt, dass ihre Vereinbarung ein außerordentlich wichtiger Schritt zur Bewahrung der Kulturlandschaft ist. Denn nur, wenn es gelingt, die in städtischen und ländlichen Räumen lebenden Menschen in die Sicherung der Funktionsfähigkeit der uns umgebenden Landschaft einzubeziehen, besteht die Chance, die Artenvielfalt in unserem Land zu erhalten. Was den Hamster betrifft, ist allerdings eines klar: Zu einer Massenvermehrung oder gar zu einer Hamsterplage wird es ganz sicher nicht mehr kommen. Dazu sind die Bestandszahlen inzwischen zu gering. Selbst wenn der Hamster in Sachsen vor dem Aussterben gerettet werden sollte, wird er keine großen Schäden mehr anrichten.

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