Die Situation des Hamsters in Sachsen Die Situation des Hamsters in Sachsen

Außer in der Mittelgebirgsregion südlich der Linie Plauen-Chemnitz-Pirna-Zittau sowie südlich der Wald- und Heidegebiete kam der Hamster in Sachsen fast flächendeckend vor und erreichte seine größte Verbreitung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Foto: Ina Ebert

Aus dieser Zeit stammen auch sehr viele Zeitungsnotizen über Hamsterplagen sowie über die wirtschaftliche Nutzung der Hamsterfelle. Doch bereits wenige Jahrzehnte später waren erste Anzeichen für einen Arealverlust festzustellen; später, in den siebziger Jahren, setzte dann ein massiver Rückgang der Hamsterbestände ein. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Ende der 1990er Jahre gab es außer den ganz wenigen Einzelmeldungen aus dem Wurzener Raum und in der Oberlausitz oder dem Kreis Riesa nur noch ein einziges Vorkommensgebiet, und zwar zwischen Delitzsch und Leipzig. Auf einer Gesamtfläche von 40 bis 50 Quadratkilometern wurden stellenweise noch ein bis zwei besetzte Baue je Hektar nachgewiesen. Doch war und ist auch hier der Fortbestand der Hamster auf Dauer infrage gestellt. Deshalb bemühte sich der NABU etwa seit dem Jahr 2000 zusammen mit anderen Naturfreunden um ein Konzept für den dauerhaften Schutz des Hamsters, leider zunächst ohne Resonanz bei den entsprechenden Behörden.

Spektakulär ging es um die sächsischen Hamster im Jahr 2001 zu, als im westlichsten Ausläufer des letzten Hamstervorkommens auf einer 16 Hektar großen Ackerfläche bei Wiedemar eine gewerbliche Bebauung erfolgte. Deshalb fand hier im August/September 2001 eine in Sachsen bisher einmalige Umsiedlungsaktion statt.

Nach Erhebungen in den Jahren 2007, 2008 stellte sich die Situation des Feldhamsters im untersuchten Gebiet bei Delitzsch schließlich als sehr dramatisch dar. Es war abzusehen: Der Hamster wird aussterben, wenn nicht umgehend für sein Überleben etwas unternommen wird. Höchste Eile war angesagt. 2008 konnte dann endlich ein Projekt für den Feldhamster gestartet werden.

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