Der Hamsterbau Der Hamsterbau

Der Bau des Feldhamsters
Der Bau des Feldhamsters
Grafik: Uwe Schroeder

85 Prozent des Tages verbringt der Feldhamster in seinem selbst gegrabenen Bau. Zumeist beginnt er erst am Abend oder in der Nacht mit der Futtersuche, nach Sonnenaufgang sucht er wieder die schützende Deckung seines Hamsterbaus auf. Diesen Bau gräbt der Feldhamster mit den Vorderbeinen. Die lockere Erde, die zunächst unter seinem Bauch landet, wird später im Rückwärtsgang mit den Hinterbeinen und kräftigem Schwung weiterbefördert. Junge Hamster graben anfangs meist nur einen schrägen Gang und eine Kammer, die etwa 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Überlebensnotwendig ist das Graben von Falllöchern, denn bei Gefahr bringen sich Hamster darin in Windeseile kopfüber in Sicherheit.

Kornkammer
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Kornkammer
Foto: Ubbo Mammen

In ungefähr einem Meter Tiefe erweitern Hamster die Gänge zu einer Nestkammer. Unverzichtbar für Hamster sind auch die Vorratskammern, von denen sie gern mehrere besitzen.

Während sie in den Frühjahrs- und Frühsommermonaten noch sehr genügsam sind und in ihre Vorratskammern nur tragen, was sie kurzfristig fressen können oder ihre Kinder brauchen, beginnen sie während der Getreideernte im Juli zu hamstern, um die Vorratskammern für den Winter zu füllen. Weibchen und ihren Jungen genügt eine etwas geringere Vorratsmenge als Männchen.

Da Hamster ständig an der Erweiterung ihrer Baue arbeiten, kommen im Laufe der Zeit weitere Falllöcher und Gänge hinzu. Für junge Hamster ist die Existenz mehrerer Falllöcher oftmals lebensrettend, besonders während ihrer ersten Ausflüge auf dem Feld.

Ein gegrabener Bau wird nicht ständig vom gleichen Hamster bewohnt. Leer stehende Baue, die es infolge hoher Verlustraten gibt, werden gern nachgenutzt. Auch ist über das Jahr ein mehrfacher Wohnungswechsel üblich.

Weitverzweigte, bis zu 20 Meter umfassende Gangsysteme führen in Tiefen von 1 bis 2 Metern zu den Nestern der ausgewachsenen Hamster. Strenger Geruch verrät im Untergrund die Nähe des Nestes, der Geruch stammt jedoch nicht von der Nestkammer, sondern vom unmittelbar davor liegenden Pissoir der Feldhamster. Im Herbst werden die Baue weiter vertieft, unter der alten Nestkammer wird gegraben und ein Schlafnest errichtet. Bei der Auspolsterung des Nestes stellen Hamster keine großen Ansprüche. Neben trockenen Pflanzenresten und feinem Stroh werden auch Schnipsel aus Plastik, Papier oder Stoff genutzt.

Ab Oktober verschließen Feldhamster alle Gänge mit Erde und ziehen sich in ihre Baue zurück. Dort überwintern sie bis zum kommenden Frühling. Alle fünf Tage wachen sie auf, um zu fressen. Für die Winterzeit brauchen sie zwei bis vier Kilo Getreide und Samen. Doch heute schaffen sie es oft bei weitem nicht, diese Menge zu sammeln. Viele Feldhamster erleiden deshalb einen langsamen und grausamen Hungertod in ihrem Bau.

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