Wildpflanzen erhöhen Ertrag in benachbarten Äckern

Studie: Blühsäume und Buntbrachen fördern die natürliche Schädlingsbekämpfung

Getreideackerrand mit Klatschmohn und Kornblumen | Foto: Klemens Karkow (NABU)

Manche Landwirte säen einheimische Wildpflanzen in Felder, um die Biodiversität in der Kulturlandschaft zu fördern. Dass auch die benachbarten Kulturen und somit die Landwirte wirtschaftlich davon profitieren, zeigt eine aktuelle Studie. Blühende Wildpflanzen an Feldrändern oder auf ehemaligen Ackerflächen steigern die Biodiversität – deshalb säen manche Landwirte in der Schweiz, ebenso wie in Deutschland, einheimische Wildpflanzen ein. Davon profitieren die benachbarten Kulturen und somit auch die Landwirte. Das zeigt eine aktuelle Studie, welche Matthias Tschumi vom Schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung „Agroscope“ in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau durchgeführt hat.

Blütensäume an Feldrändern und Buntbrachen auf ehemaligen Ackerflächen vermindern demnach den Schädlingsbefall in benachbarten Weizenfeldern und steigern den Ertrag um bis zu zehn Prozent. Auf der 45. Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie stellte Tschumi in Göttingen erstmals aktuelle Ergebnisse seiner Studie vor. Unter dem Motto „Ecology for a sustainable future" trafen sich dort rund 600 Ökologen aus 38 Ländern.

Insgesamt 20 Weizenfelder hat Matthias Tschumi in den Kantonen Zürich und Aargau des Schweizer Mittellandes untersucht. Wilde Möhre, Wiesen-Margerite, Echtes Labkraut und rund 40 weitere heimische Wildpflanzen haben Landwirte hier an den Feldrändern ausgesät – allerdings nur bei der Hälfte der untersuchten Felder, die zweite Hälfte blieb zum Vergleich ohne Saum oder benachbarte Buntbrache. Der höhere Ertrag durch die Säume oder Buntbrachen bedeutet für die Landwirte beim aktuellen Schweizer Weizenpreis einen Gewinn von rund 350 Euro je Hektar.

Dem Weizen bereiten vor allem Blattkäfer aus der Gattung Oulema – als „Getreidehähnchen“ bekannt – und deren Larven Probleme. Diese waren in der Nachbarschaft der Säume oder Buntbrachen deutlich seltener zu finden. Als Schädlinge fressen die Getreidehähnchen an den Blättern der Weizenpflanzen. Dass die angesäten Säume oder Buntbrachen den Schädlingsbefall vermindern, liegt wahrscheinlich daran, dass sie natürlichen Feinden der Schädlinge Schutz und zusätzliche Nahrung bieten. Die Getreidehähnchen stehen beispielsweise auf der Speisekarte von Laufkäfern und räuberischen Wanzen. Folgestudien von Agroscope weisen darauf hin, dass genau diese nützlichen Insekten in Weizenfeldern häufiger zu finden sind, wenn diese neu angesäte Wildpflanzen in der Nachbarschaft haben.

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