Die Kooperationspartner


Vertragsunterzeichnung im Juni 2008 in Grebehna. | Foto: Heike Weidt
Vertragsunterzeichnung im Juni 2008 in Grebehna. | Foto: Heike Weidt

Die Kooperationspartner Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) – Naturschutzfonds, NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Sachsen e. V. und  Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e. V. (LPV Nordwestsachsen) schlossen nach langjährigen Bemühungen im Juni 2008 eine Vereinbarung für eine Kooperation zur Rettung des Feldhamsters in Sachsen. Anfang 2014 wurde die Kooperationsvereinbarung um weitere sieben Jahre erneuert und zwei neue Partner kamen hinzu: das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie der Regionalbauernverband Delitzsch e. V. (RBV).

Im Vorfeld der Kooperation bemühte sich der NABU etwa seit dem Jahr 2000 zusammen mit anderen Naturfreunden um ein Konzept für den dauerhaften Schutz des Hamsters, denn bereits seit Ende der 1990er Jahre war der Fortbestand des Hamsters auf Dauer gefährdet. Leider blieb dies zunächst ohne Resonanz bei den entsprechenden Behörden. Nach Erhebungen 2007 und 2008 stellte sich die Situation des Feldhamsters im untersuchten Gebiet bei Delitzsch schließlich als sehr dramatisch dar. Es war abzusehen: Der Hamster wird aussterben, wenn nicht umgehend etwas unternommen wird. Höchste Eile war angesagt.

Die Kooperationspartner treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, sie begleiten die Feldhamsterschutz-Maßnahmen, halten ständigen Kontakt zu den Landwirten in der Hamsterregion und prüfen die Effizienz der durchgeführten Schutzmaßnahmen, um sie im Sinne des Hamsters weiterzuentwickeln. Alle Kooperationspartner sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit ein außerordentlich wichtiger Schritt zur Rettung des Hamsters ist. Und letztendlich dienen die Maßnahmen auch der Bewahrung der Kulturlandschaft, die der Hamster unbedingt zum Überleben braucht. Dazu muss es gelingen, auch die in städtischen und ländlichen Räumen lebenden Menschen in die Sicherung der Funktionsfähigkeit der uns umgebenden Landschaft einzubeziehen. Gute Öffentlichkeitsarbeit gehört deshalb ebenfalls zu den Aufgaben des kooperativen Feldhamsterschutzes.

Was den Hamster betrifft, ist allerdings eines klar: Die größte Gefahr für ihn sind die Intensivierung der Landwirtschaft mit großen monotonen Feldern und geringer Pflanzenvielfalt sowie der Wandel des Klimas. Deshalb muss die europäische Agrarpolitik künftig klima- und umweltfreundlicher werden und Landwirtinnen und Landwirte müssen für ihre erbrachten Umweltleistungen entlohnt werden. Zu einer Massenvermehrung oder gar zu einer Hamsterplage wird es ganz sicher nicht mehr kommen. Dazu sind die Bestandszahlen zu gering und die Bedingungen in der Fläche zu ungünstig. Es gilt vor allem, den Hamster in Sachsen vor dem Aussterben zu bewahren.